Pädagogisches Konzept

» Grundwerte
» Unser Bild vom Kind
» Pädagogische Planung
» Ganzheitliche Erziehung
» Das Freispiel
» Die Vorschule


Grundwerte

Vielerorts hört man, dass allgemein verbindliche Werte schwammig geworden sind und es immer schwieriger wird, den Kindern Orientierungshilfen zu geben. Auch bei uns in der Eltern-Kind-Gruppe führte die Suche nach Grundwerten zu regen Diskussionen.

Wir ErzieherInnen und Eltern haben uns auf unerlässliche Grundwerte für unsere pädagogische Arbeit geeinigt. Diese Grundwerte sind die Basis dieser Konzeption.

Unsere kulturellen und sozialen Grundwerte bauen auf einem demokratischen Wertesystem auf. Dieses Wertesystem ist die oberste Direktive, an der sich unsere pädagogische Arbeit orientiert und messen lassen muss. Neben der Demokratie als Wert an sich betrachten wir die Freiheit jedes Einzelnen, die individuelle Gleichwertigkeit sowie seine physische und psychische Unversehrtheit als Grundwerte. Dies bedeutet, dass alle das Recht und auch die Verantwortung haben, ihr Leben selbst zu bestimmen und ihre Persönlichkeit frei und in sozialer Verantwortung zu entfalten.

Darüber hinaus ist in Zeiten knapper werdender Ressourcen der schonende Umgang mit der Umwelt und der Natur für uns als Wert unabdingbar.

Auch Körper und Geist bedürfen eines besonderen Schutzes. So sind die ganzheitliche Förderung und der Erhalt der Gesundheit (durch abwechslungsreiche Ernährung, Bewegungsmöglichkeiten usw.) als Grundwert anzusehen. Dies alles bedeutet für das Kind, dass es seine Lebenserfahrung im täglichen Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen sowie dem gesamten sozialen Umfeld erweitert. Hier lernt, erlebt, erprobt und erkennt das Kind spielerisch, was soziale Verantwortung bedeutet. Das Kind ist tätig und erfährt über den Sinnzusammenhang seiner Aktionen die genannten Werte und gesellschaftlichen Zusammenhänge.

Da es sich bei den „Kleinen Strolchen“ um einen nicht konfessionsgebundenen Verein handelt, werden konkrete religiöse Werte nicht vermittelt. Er ist offen für alle weltanschaulichen Ausprägungen, sofern diese den oben genannten Grundwerten nicht widersprechen und ein ethisches und moralisches Bezugssystem beinhalten. Die christlichen Feste wie Weihnachten, Ostern und Sankt Martin, die in unserer Kultur verankert sind, werden in der Eltern-Kind-Gruppe gefeiert.

Unser Bild vom Kind

Wir begreifen das Kind als eigenständige Persönlichkeit, welches seinen ureigenen Charakter, individuelle Interessen und Bedürfnisse, Fähigkeiten und seinen eigenen Entwicklungsplan hat. Jedes Kind hat einen eigenen Willen und eine eigene Meinung, welche es deutlich vertreten kann. Es ist dem Erwachsenen gleichwertig und verdient ein hohes Maß an Zutrauen in seine eigene Fähigkeit, mit alltäglichen Situationen selbstständig umzugehen (z.B. Konfliktbewältigung). Es gilt, den Kindern nicht unsere Ansichten über erfahrenswerte Dinge überzustülpen, sondern herauszufinden, was sie wirklich bewegt, und ihnen ein alters und entwicklungsgerechtes Maß an Mitbestimmung einzuräumen. Die Kinder sollen ihr Handlungsfeld erweitern, indem sie aktiv mit in den Alltag einbezogen werden. Sie wirken aktiv an der Gestaltung des Tagesablaufes mit indem sie z.B. bei Ausflügen über das Ziel abstimmen. Dadurch erweitern die Kinder ihre Alltagskompetenz, werden in ihrer Selbstständigkeit gefördert und erreichen eine gewisse Unabhängigkeit vom Erwachsenen.

Pädagogische Planung

Die pädagogische Planung der „Kleinen Strolche“ orientiert sich zum einen an einer Strukturierung der Wochentage. So weist jeder Tag eine Besonderheit auf; z.B. ist dienstags Ausflugstag, freitags stehen Schwimmen und Turnen im Wechsel auf dem Programm. Diese Struktur ist bildhaft auf einer Tafel im Essraum dargestellt und dient den Kindern zur Orientierung.

Weiter wird in der Planung der Jahreszeitenlauf berücksichtigt. So finden beispielsweise in der Herbstzeit Angebote zum Laternenfest statt, und in der Vorweihnachtszeit gibt es einen Adventskalender, der täglich geöffnet wird.

Außerdem möchten wir die Kinder für die Veränderungen in der Natur sensibilisieren. Der Wochenplan, d.h. was an welchem Tag stattfindet, wird bei der Teamsitzung besprochen, und jede Erzieherin ist für einen bestimmten Aufgabenbereich verantwortlich.

Je nach Alter werden die Kinder für bestimmte Aktivitäten in Kleingruppen aufgeteilt. So haben wir eine grüne, rote und gelbe Projektgruppe. Eine Erzieherin ist über eine gewisse Zeit (mindestens ein halbes Jahr) für eine dieser Kleingruppen verantwortlich. Diese führt Projektangebote mit den Kindern durch und geht mit der jeweiligen Gruppe zum Turnen. So bietet sich die Möglichkeit beim Turnen Angebote durchzuführen, die auf die Projektangebote aufbauen und eine Entwicklung beobachtbar machen.
Generell legen wir auf Flexibilität in der Planung Wert. Das bedeutet nicht, dass alles Geplante umgesetzt werden muss, sondern die momentanen Bedürfnisse der Kinder Vorrang haben. Das Handeln der Erzieherin sollte darauf abgestimmt und der Situation angemessen sein.

Ganzheitliche Erziehung

Im Rahmen einer ganzheitlichen Erziehung möchten wir den Kindern Erfahrungen in allen Bereichen ermöglichen. Die Kinder werden je nach Entwicklungsstand individuell in folgenden Kompetenzbereichen gefördert:


FÖRDERUNG DER ICH-KOMPETENZ
  • Erfahrungen mit sich selbst machen
  • Zutrauen in eigene Fähigkeiten entwickeln
  • Selbstbewusstsein aufbauen
FÖRDERUNG DER SOZIAL-KOMPETENZ
  • Erfahrungen mit anderen Kindern und Erwachsenen
  • Zusammenleben
  • Rücksichtnahme und eigene Interessen vertreten / durchsetzen
  • Kompromisse schließen
FÖRDERUNG DER SACH-KOMPETENZ
  • Erfahrungen mit Gegenständen und Inhalten
  • Realistischer Umgang mit der natürlichen, technischen und kulturellen Umwelt
  • Verhältnis zu und Umgang mit Materialien
  • Umgang mit alltäglichen Dingen und Situationen

Diese Förderung geschieht einerseits durch gezielte und/oder altersgetrennte Angebote, die für alle verbindlich sind, wie z.B. der Montagskreis und die Projektangebote (siehe pädagogische Planung und Projektarbeit). Weiter können die Kinder an sogenannten Freispielangeboten teilnehmen, die während der Vor- und Nachmittagszeit angeboten werden.

Das Freispiel

Der Schwerpunkt dieser ganzheitlichen Erziehung findet im so genannten Freispiel und dem Alltag der „Strolche“ statt. Der Tagesablauf mit seinen Strukturen, die räumliche Aufteilung und das Angebot der Materialien unterstützen die Förderung in den einzelnen Bereichen (siehe Raumaufteilung).
Freispiel bedeutet, dass die Kinder selbst bestimmen, wo, mit wem, mit welchem Material und für welche Dauer sie ihr Spiel gestalten. Während der Vormittagszeit haben die Kinder die Möglichkeit, zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr zu frühstücken. Teilweise wird das Frühstück in das Rollenspiel integriert oder das Spiel wird zu Ende gebracht und danach das Frühstück eingenommen.
So kann jedes Kind seinen individuellen Bedürfnissen folgen und wird in seiner Selbstständigkeit gefördert, denn erst im freien Spiel entwickelt sich die Autonomie des Kindes und damit seine Persönlichkeit.

Vorschule

Die Vorschule ist nicht nur auf das letzte Jahr im Kindergarten begrenzt. Unter dem Aspekt des ganzheitlichen Lernens ist die gesamte Kindergartenzeit immer auch Vorschularbeit. Den Kindern werden alle für die Schule notwendige Kompetenzen vermittelt.

© Die Kleinen Strolche e.V., Eisenstädterstr. 10, 70469 Stuttgart-Feuerbach